Actus con­tra­ri­us

Die Lehr­satz des actus con­tra­ri­us – die Leh­re der „gegen­tei­li­gen Hand­lung“ (Gegen­akts­theo­rie) – besagt, dass eine Rechts­hand­lung und eine Hand­lung, die das Gegen­teil dar­stellt, die­sel­be recht­li­che Qua­li­tät haben müs­sen. Sofern kei­ne beson­de­ren Rege­lun­gen bestehen, gilt daher für die recht­li­che Behand­lung eines Rechts­akts das­sel­be wie für sein aus­drück­lich gere­gel­tes Gegenteil.

Actus con­tra­ri­us

Wich­tig wird die Actus-con­tra­ri­us-Theo­rie ins­be­son­de­re im Ver­wal­tungs­recht für die Fra­ge der Form des Ver­wal­tungs­han­delns oder die Fra­ge der Zustän­dig­keit von Behör­den und Gerichten: 

  • Ist der actus pri­mus, der Aus­gangs­akt, (z.B. die Ertei­lung einer Geneh­mi­gung) ein Ver­wal­tungs­akt, dann ist auch des­sen Auf­he­bung oder sei­ne Ver­sa­gung ein Verwaltungsakt.
  • Ist etwa eine Behör­de für den Erlass eines Ver­wal­tungs­ak­tes oder ein Gericht für die Kla­ge gegen einen Ver­wal­tungs­akt zustän­dig, so ist die Behör­de oder das Gericht auch zustän­dig, wenn der Ver­wal­tungs­akt wie­der auf­ge­ho­ben wird.