Auflösungsverlust — und der Zeitpunkt seiner Berücksichtigung im Insolvenzfall

Die Frage, ob und wann ein Veräußerungsver­lust nach § 17 Abs. 4 EStG im Fall der Eröff­nung eines Insol­ven­zver­fahrens anzuset­zen ist, ist in der Recht­sprechung des Bun­des­fi­nanzhofs gek­lärt:

Auflösungsverlust — und der Zeitpunkt seiner Berücksichtigung im Insolvenzfall

Danach ist ein Auflö­sungsver­lust in dem Zeit­punkt zu berück­sichti­gen, in dem der i.S. des § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG beteiligte Gesellschafter nicht mehr mit Zuteilun­gen und Rück­zahlun­gen aus dem Gesellschaftsver­mö­gen rech­nen kann und fest­ste­ht, ob und in welchem Umfang noch nachträgliche Anschaf­fungskosten oder son­stige im Rah­men des § 17 Abs. 2 EStG zu berück­sichti­gende Auf­gabe- oder Veräußerungskosten anfall­en wer­den1.

Wann mit ein­er wesentlichen Änderung des Auflö­sungs­gewinns oder ‑ver­lusts nicht mehr zu rech­nen ist, ist eine Frage der tat­säch­lichen Würdi­gung des Einzelfalls und daher der Klärung in einem Revi­sionsver­fahren nicht zugänglich. Auf einen bes­timmten prozen­tualen Wert noch auf mögliche Änderun­gen dieses Werts2 kann daher nicht abgestellt wer­den.

Bun­des­fi­nanzhof, Beschluss vom 24. März 2016 — IX B 6/15

  1. vgl. u.a. BFH, Urteile vom 28.10.2008 — IX R 100/07, BFH/NV 2009, 561; vom 02.12 2014 — IX R 9/14, BFH/NV 2015, 666; und vom 13.10.2015 — IX R 41/14, BFH/NV 2016, 385, jew­eils m.w.N. []
  2. z.B. 5 % oder 10 % []