Der Vor­wurf der Marktabschottung

Der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs [1] las­sen sich kei­ne Anhalts­punk­te dafür ent­neh­men, dass der wegen des Ver­triebs von Ori­gi­nal­mar­ken­wa­re aus einer Mar­ke Inan­spruch­ge­nom­me­ne, der sich auf die Erschöp­fung des Mar­ken­rechts beruft, den Nach­weis für die tat­säch­li­che Gefahr der Abschot­tung der natio­na­len Märk­te durch den Mar­ken­in­ha­ber erbracht hat, wenn er im Sin­ne eines Anfangs­be­wei­ses die hin­rei­chen­de Wahr­schein­lich­keit einer sol­chen Gefahr dar­ge­legt und nach­ge­wie­sen hat.

Der Vor­wurf der Marktabschottung

Eine sol­che Redu­zie­rung des Beweis­ma­ßes hat der Uni­ons­ge­richts­hof nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs gera­de nicht angenommen.

Er ist ledig­lich in den Fäl­len des Umpa­ckens von Arz­nei­mit­teln beim Par­al­lel­im­port für das Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zung, dass das Umpa­cken den Ori­gi­nal­zu­stand der in der Ver­pa­ckung ent­hal­te­nen Ware nicht beein­träch­ti­gen kann, davon aus­ge­gan­gen, dass es genügt, wenn der Par­al­lel­im­por­teur Bewei­se erbringt, die ver­nünf­ti­ger­wei­se ver­mu­ten las­sen, dass die­se Vor­aus­set­zung erfüllt ist.

Sobald der Impor­teur einen sol­chen Anfangs­be­weis dafür erbringt, dass die­se Vor­aus­set­zung erfüllt ist, ist es gege­be­nen­falls Sache des Mar­ken­in­ha­bers, der am bes­ten beur­tei­len kann, ob das Umpa­cken sei­nen Ruf und den der Mar­ke schä­di­gen kann, nach­zu­wei­sen, dass dies der Fall ist [2]. Für die Vor­aus­set­zung der Markt­ab­schot­tung gilt die­ses Beweis­maß aber gera­de nicht [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Mai 2016 – I ZR 247/​14

  1. EuGH, Urteil vom 26.04.2007 – C348/​04, Slg. 2007, I3430 = GRUR 2007, 586 – Boehrin­ger Ingelheim/​Swingward II[]
  2. EuGH GRUR 2007, 586 Rn. 53 und 54 – Boehrin­ger Ingelheim/​Swingward II[]
  3. vgl. EuGH, Urteil vom 08.04.2003 C244/​00, Slg. 2003, I3051 = GRUR 2003, 512 Rn. 41 Van Doren + Q[]