Die Haf­tung des Geschäfts­füh­rers für Wett­be­werbs­ver­stö­ße der GmbH

Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits ent­schie­den, dass ein Geschäfts­füh­rer für unlau­te­re Wett­be­werbs­hand­lun­gen der von ihm ver­tre­te­nen Gesell­schaft nur dann per­sön­lich haf­tet, wenn er dar­an ent­we­der durch posi­ti­ves Tun betei­ligt war oder wenn er die Wett­be­werbs­ver­stö­ße auf­grund einer nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen des Delikts­rechts begrün­de­ten Garan­ten­stel­lung hät­te ver­hin­dern müs­sen [1].

Die Haf­tung des Geschäfts­füh­rers für Wett­be­werbs­ver­stö­ße der GmbH

Aller­dings kann bei einer Maß­nah­me der Gesell­schaft, über die typi­scher­wei­se auf Geschäfts­füh­rungs­ebe­ne ent­schie­den wird, nach dem äuße­ren Erschei­nungs­bild und man­gels abwei­chen­der Fest­stel­lun­gen davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass sie von den Geschäfts­füh­rern ver­an­lasst wor­den ist [2].

Von einem sol­chen typi­schen Gesche­hens­ab­lauf ist im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall aus­zu­ge­hen: Im Streit­fall ist ein Pro­dukt­sor­ti­ment betrof­fen, das die GmbH über 25 Jah­re in Deutsch­land exklu­siv ver­trie­ben hat. Über die Auf­nah­me des Ver­triebs einer eige­nen Pro­dukt­pa­let­te durch die GmbH und die Pro­dukt­ge­stal­tung wird typi­scher­wei­se auf Geschäfts­lei­tungs­ebe­ne entschieden.

Soweit danach der ehe­ma­li­ge Geschäfts­füh­rer haf­tet, sind gegen ihn bestehen­de Ansprü­che auf Aus­kunfts­er­tei­lung und Rech­nungs­le­gung mit sei­nem zwi­schen­zeit­li­chen Aus­schei­den aus der Geschäfts­lei­tung nicht erlo­schen [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Janu­ar 2015 – I ZR 107/​13

  1. BGH, Urteil vom 18.06.2014 – I ZR 242/​12, BGHZ 201, 344 Rn. 17 – Geschäfts­füh­rer­haf­tung[]
  2. vgl. BGHZ 201, 344 Rn.19 – Geschäfts­füh­rer­haf­tung[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 02.10.2012 – I ZR 82/​11, GRUR 2013, 638 Rn. 69 = WRP 2013, 785 – Völkl, mwN[]