Die rechts­wid­ri­ge Unter­sa­gungs­ver­fü­gung des Bun­des­kar­tell­am­tes – und die Amtshaftung

Der 1. Kar­tell­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf hat die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des Land­ge­richts Köln bestä­tigt, dass der GN Store Nord A/​S aus Däne­mark gegen die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land kein Scha­den­er­satz in Höhe von 1, 1 Mil­li­ar­den Euro zusteht. Die Klä­ge­rin for­der­te die­sen Betrag auf­grund eines ver­meint­li­chen Amts­haf­tungs­an­spruchs, nach­dem das Bun­des­kar­tell­amt im Jah­re 2007 mit­tels einer Unter­sa­gungs­ver­fü­gung den Zusam­men­schluss der Hör­ge­rä­te­spar­te der Klä­ge­rin mit der Phonak Hol­ding AG unter­sagt hat­te. Der Bun­des­ge­richts­hof bewer­te­te die­se Ent­schei­dung spä­ter als rechtswidrig.

Die rechts­wid­ri­ge Unter­sa­gungs­ver­fü­gung des Bun­des­kar­tell­am­tes – und die Amtshaftung

Die Unter­sa­gungs­ver­fü­gung des Bun­des­kar­tell­am­tes sei zwar aus­weis­lich des Beschlus­ses des Bun­des­ge­richts­hofs aus dem Jah­re 2010 rechts­wid­rig gewe­sen, befand das Ober­lan­des­ge­richt, dies allein füh­re jedoch nicht zu dem von der Klä­ge­rin begehr­ten Amts­haf­tungs­an­spruch gem. § 839 Abs. 1 Satz 1 BGB i. V. m. Art. 34 GG. Die­ser wür­de näm­lich vor­aus­set­zen, dass das Bun­des­kar­tell­amt im Rah­men sei­ner Ent­schei­dungs­fin­dung schuld­haft, also ohne die zu erwar­ten­de Sorg­falt, gehan­delt hät­te. Dies sei jedoch nicht fest­stell­bar. Der Ent­schei­dung des Amtes sei viel­mehr eine umfang­rei­che Prü­fung des Sach­ver­halts vor­aus­ge­gan­gen, der eine Viel­zahl von schwie­ri­gen Fra­gen im tat­säch­li­chen und recht­li­chen Sin­ne auf­ge­wie­sen habe. Die im Ergeb­nis gefun­de­ne und der Unter­las­sungs­ver­fü­gung zugrun­de­ge­leg­te Rechts­auf­fas­sung des Bun­des­kar­tell­am­tes sei zumin­dest ver­tret­bar gewe­sen. Ent­spre­chend hät­ten auch die Mono­pol­kom­mis­si­on und das Ober­lan­des­ge­richt, das schon mit der Über­prü­fung der Unter­sa­gungs­ver­fü­gung befasst war, die Ent­schei­dung des Amtes im Ergeb­nis bestätigt.

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 26. März 2014 – VI – U (Kart) 43/​13