Haf­tung einer Vor­grün­dungs­ge­sell­schaft für ihren Vorstand

Die in § 31 BGB nor­mier­te haf­tungs­recht­li­che Zurech­nung knüpft an die Fähig­keit des Organs an, für die juris­ti­sche Per­son zu han­deln [1]. Die Ein­stands­pflicht der juris­ti­schen Per­son setzt des­halb vor­aus, dass das Organ in dem ihm zuge­wie­se­nen Wir­kungs­kreis auf­trat [2].

Haf­tung einer Vor­grün­dungs­ge­sell­schaft für ihren Vorstand

Für ein zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­ten­des Ver­hal­ten ihres Vor­stands müss­te die Geell­schaft nur inso­weit ein­ste­hen, als B. als ihr Organ gehan­delt hat. Das kann nur in der Zeit nach ihrer Grün­dung der Fall gewe­sen sein. Dage­gen haf­tet die Gesell­schaft nicht für den Inhalt eines zeit­lich davor ver­öf­fent­lich­ten Schrei­bens des (spä­te­ren) Vor­stands. Auch käme eine Haf­tung nicht in Betracht, wenn der Vor­stands­vor­sit­zen­de für eine ande­re juris­ti­sche Per­son gehan­delt hät­te, die zum sel­ben Kon­zern gehört.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 14. Okto­ber 2014 – VI ZR 466/​13

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 13.01.1987 – VI ZR 303/​85, BGHZ 99, 298, 299 f.; vom 08.07.1986 – VI ZR 47/​85, BGHZ 98, 148, 151; und vom 14.01.2014 – VI ZR 469/​12 10[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 05.12 1958 – VI ZR 114/​57, WM 1959, 80, 81; vom 20.02.1979 – VI ZR 256/​77, VersR 1979, 523, 524; vom 08.07.1986 – VI ZR 47/​85, aaO, 151 f.; vom 13.01.1987 – VI ZR 303/​85, aaO, 300; und vom 14.01.2014 – VI ZR 469/​12, aaO[]