Kapitalerhöhungsschwindel

Eine Straf­barkeit wegen täter­schaftlich began­genen Kap­i­taler­höhungss­chwindels schei­det aus, sofern der han­del­nde Aktionär wed­er Mit­glied des Vor­stands noch des Auf­sicht­srats der Gesellschaft war1. Möglich ist jedoch die Ans­tiftung zum Kap­i­taler­höhungss­chwindel (§ 399 Abs. 1 Nr. 4 AktG, § 27 StGB).

Kapitalerhöhungsschwindel

Bei § 399 Abs.1 Nr. 4 AktG han­delt es sich um ein abstrak­tes Gefährdungs­de­likt, so dass es infolge der Falschangaben nicht zu ein­er unrichti­gen Ein­tra­gung in das Han­del­sreg­is­ter kom­men muss2. Der Tatbe­stand des § 399 Abs. 1 Nr. 4 AktG ist daher schon mit der Ken­nt­nis­nahme der falschen Angaben durch das Amts­gericht vol­len­det3.

Der Vor­stand, der den entsprechen­den Kap­i­taler­höhungs­bericht der Gesellschaft, der der Anmel­dung zur Ein­tra­gung in das Han­del­sreg­is­ter beige­fügt wurde, unterze­ich­net und darin wahrheitswidrig die tat­säch­lich nicht erfoglte Ein­zahlung des Kap­i­taler­höhungs­be­trages bestätigt, hat sich damit wegen Kap­i­taler­höhungss­chwindels (§ 399 Abs. 1 Nr. 4 AktG) straf­bar gemacht. Als Vor­stand der Gesellschaft oblag es ihm, die Durch­führung der Erhöhung des Grund­kap­i­tals zur Ein­tra­gung in das Han­del­sreg­is­ter anzumelden (§ 188 Abs. 1 AktG). Dabei hat­te er gemäß § 188 Abs. 2 Satz 1 AktG die Pflicht­en der § 36 Abs. 2, § 37 AktG zu beacht­en4. Die Tat ist bere­its auf­grund der Falschangaben gegenüber dem Amts­gericht vol­len­det5.

Bun­des­gericht­shof, Urteil vom 24. März 2016 — 2 StR 36/15

  1. vgl. Kiethe, aaO, § 399 AktG Rn. 99; Schaal, in: Erbs/Kohlhaas, Strafrechtliche Nebenge­set­ze, 205. EL Okto­ber 2015, § 399 AktG Rn. 70 f. []
  2. Schaal, in: MünchKomm- zum AktG, 3. Aufl., § 399 Rn. 237 mwN []
  3. vgl. Süd­beck, in: Park, Kap­i­tal­mark­t­strafrecht, 3. Aufl., § 399 AktG Rn. 99 []
  4. vgl. Kiethe, in MünchKomm- zum StGB, 2. Aufl., § 399 AktG Rn. 105 f. []
  5. Kiethe, in MünchKomm- zum StGB, 2. Aufl., § 399 AktG Rn. 150 []