Kein Park­haus im Nord­dei­cher Hafen

Die Nord­dei­cher Schiffs­werft GmbH ist jetzt vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig end­gül­tig mit ihrer Absicht geschei­tert, eine Bau­ge­neh­mi­gung zu erhal­ten, die ihr die Nut­zung ihrer im Hafen­ge­biet von Nord­deich gele­ge­nen Boots­la­ger­hal­le als Park­haus für ca. 250 Kraft­fahr­zeu­ge in den Som­mer­mo­na­ten und zur Anle­gung eines Park­plat­zes auf der sich an die Hal­le anschlie­ßen­den Frei­flä­che für ca. 750 Kraft­fahr­zeu­ge erlaubt. Der Park­raum soll­te haupt­säch­lich von Feri­en­gäs­ten genutzt wer­den, die mit den im Hafen able­gen­den Fäh­ren zu den vor­ge­la­ger­ten Nord­see­inseln Juist und Nor­der­ney über­set­zen und ihre Fahr­zeu­ge auf dem Fest­land ste­hen las­sen wollen.

Kein Park­haus im Nord­dei­cher Hafen

Die Kla­ge hat­te schon beim Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg [1] und beim Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Lüne­burg [2] kei­nen Erfolg. Nach­dem das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die Beru­fungs­ent­schei­dung auf­ge­ho­ben und die Sache zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung zurück­ver­wie­sen hat­te, hat­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt wie­der­um gegen die Klä­ge­rin ent­schie­den. Die­se zwei­te Ent­schei­dung hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nun­mehr bestätigt.

Das Bau­vor­ha­ben der Klä­ge­rin wider­spricht den Fest­set­zun­gen des im letz­ten Monat in Kraft getre­te­nen Bebau­ungs­plans „Hafen“ der Stadt Nor­den, der einer Off­shore-Fir­ma die Ansied­lung einer Basis­sta­ti­on ermög­li­chen soll, und ist auch im Fal­le der Unwirk­sam­keit des Bebau­ungs­plans als sog. „Außen­be­reichs­vor­ha­ben“ unzu­läs­sig. Das Vor­ha­ben wider­spricht der gesetz­ge­be­ri­schen Absicht, den Außen­be­reich grund­sätz­lich von wesens­frem­den Bau­vor­ha­ben und Nut­zun­gen freizuhalten.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 19. April 2012 – 4 C 10.11

  1. VG Olden­burg, Urteil vom 15. März 2007- 4 A 2268/​05[]
  2. Nds. OVG, Urteil vom 7. Juli 2011 – 1 LB 259/​10[]