Nicht nur Apple darf wischen

Das Bun­des­pa­tent­ge­richt hat über zwei – mit­ein­an­der ver­bun­de­ne – Kla­gen der Moto­ro­la Mobi­li­ty Ger­ma­ny und der Sam­sung Elec­tro­nics GmbH gegen das Euro­päi­sche Patent 1 964 022 mit dem Titel „Unlo­cking a device by per­forming ges­tu­res on an unlo­cked image“ (in der deut­schen Über­set­zung: „Ent­sper­rung einer Vor­rich­tung durch Durch­füh­rung von Ges­ten auf einem Ent­sper­rungs­bild“) der Fa. Apple Inc. ent­schie­den und das ange­grif­fe­ne Patent sowohl in der erteil­ten Fas­sung als auch in der Fas­sung der 14 Hilfs­an­trä­ge für nich­tig erklärt.

Nicht nur Apple darf wischen

Zur Begrün­dung hat sich das Bun­des­pa­tent­ge­richt dar­auf beru­fen, dass die Merk­ma­le des Patent­an­spruchs 1 in der erteil­ten Fas­sung , die über den Stand der Tech­nik hin­aus­ge­hen, als nicht-tech­nisch anzu­se­hen und daher nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs und der Beschwer­de­kam­mern des Euro­päi­schen Patent­amts bei der Beur­tei­lung der Patent­fä­hig­keit nicht zu berück­sich­ti­gen sind. Viel­mehr dien­ten die­se Merk­ma­le dazu, die Bedie­nung durch gra­fi­sche Maß­nah­men für den Benut­zer beque­mer und noch anschau­li­cher zu gestal­ten. Ein tech­ni­sches Pro­blem wer­de durch die frag­li­chen Maß­nah­men nicht gelöst.

Auch die vor­ge­leg­ten Hilfs­an­trä­ge, die Ergän­zun­gen zu den in Fra­ge ste­hen­den Merk­ma­len ent­hal­ten, hat das Bun­des­pa­tent­ge­richt für nicht patent­fä­hig erach­tet. Zum einen konn­te das Pro­blem der Tech­ni­zi­tät nicht beho­ben wer­den, zum ande­ren waren die Ein­schrän­kun­gen dem Fach­mann aus dem Stand der Tech­nik nahegelegt.

Bun­des­pa­tent­ge­richt, Urteil vom 4. April 2013 – 2 Ni 59/​11 EP (und 2 Ni 64/​11 EP)