Pro­fes­so­ren­ti­tel für Erfin­der der Plas­ti­na­ti­on

Der vor Allem durch sei­ne Lei­chen­schau „Kör­per­wel­ten“ bekannt gewor­de­ne Lei­chen­prä­pa­ra­tor Gun­ther von Hagens durf­te sei­nen Pro­fes­so­ren­ti­tel aus Chi­na ohne jeg­li­che Beschrän­kung füh­ren.

Pro­fes­so­ren­ti­tel für Erfin­der der Plas­ti­na­ti­on

So hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter im Fal­le des Herrn von Hagens zum zwei­ten Male ent­schie­den. Gun­ther von Hagens, der Erfin­der der Plas­ti­na­ti­on – einem Kon­ser­vie­rungs­ver­fah­ren für mensch­li­che und tie­ri­sche Körper(teile) – ist im Jah­re 1999 in Chi­na für die Dau­er von fünf Jah­ren zum Gast­pro­fes­sor ernannt wor­den. Die Anwei­sung des NRW-Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­ums, den Titel nur mit dem Zusatz „RC“ oder „VRC“ für Chi­na zu tra­gen beach­te­te von Hagens nicht und es kam zu einem Straf­ver­fah­ren wegen Titel­miss­brauchs, von dem er 2007 frei­ge­spro­chen wor­den ist.

Da er trotz­dem immer wie­der als „Hoch­stap­ler“ bezeich­net wur­de, woll­te von Hagens eine end­gül­ti­ge Klä­rung durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter. Dort hat er bereits im letz­ten Jahr Recht bekom­men [1] – aller­dings ist das Urteil vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt [2] wegen eines for­ma­len Feh­lers an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter zurück­ver­wie­sen wor­den. Die­ses hat nun aber­mals ent­schie­den, dass Gun­ther von Hagens sei­nen chi­ne­si­schen Pro­fes­so­ren­ti­tel unein­ge­schränkt in Deutsch­land füh­ren durf­te.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 5. Juli 2012 – 19 A 3006/​06

  1. OVG Müns­ter, Urteil vom 14.03.2011 – 19 A 3006/​06[]
  2. BVerwG, Urteil vom 29.08.2011 – 6 B 28.11[]