Rap­per hat 8.000 Euro zu berappen

Eine Ent­schä­di­gung in Höhe von 8.000 Euro hat ein Rap­per an die Teil­neh­me­rin eines TV-Con­tai­ner-Pro­gramms zu zah­len wegen sei­ner her­ab­set­zen­den Äuße­run­gen im Internet.

Rap­per hat 8.000 Euro zu berappen

Dazu ist der Rap­per vom Land­ge­richt Ber­lin ver­ur­teilt wor­den. Er hat­te sich auf sei­nen Face­book-, Twit­ter- und MyS­pace-Sei­ten abfäl­lig über die Frau geäu­ßert. Unmit­tel­bar nach ihrem Aus­schei­den aus dem Con­tai­ner-Spiel erfuhr die Klä­ge­rin von den Postings wie „…du Nut­te“, „…du Kacke“, „…sieht aus wie ne Mischung aus Der Joker, nem Schim­pan­sen, Michel Jack­son und Tat­ja­na Gsell“, „…hat so nen ekli­gen Zel­lu­li­ti­s­kör­per pfui Teu­fel“. Sie for­der­te den Beklag­ten zur Abga­be einer straf­be­wehr­ten Unter­las­sungs­er­klä­rung auf, die die­ser am 02.09.2011 über­sand­te. Mit anwalt­li­chem Schrei­ben vom 08.09.2011 begehr­te die Klä­ge­rin wei­ter die Zah­lung einer Ver­trags­stra­fe in Höhe von 20.000,00 €, und zwar wegen fort­ge­setz­ter Ver­brei­tung der oben genann­ten Postings auf der MyS­pace Sei­te des Beklag­ten trotz der zuvor abge­ge­be­nen straf­be­wehr­ten Unter­las­sungs­er­klä­rung. Eine Zah­lung erfolg­te nicht, so dass die Klä­ge­rin Kla­ge ein­ge­reicht hat, hier­mit for­dert sie neben den 20.000 € auch 100.000 € Geldentschädigung.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Ber­lin sind sol­che Äuße­run­gen als Ver­let­zung des Per­sön­lich­keits­rechts durch bewusst bös­ar­tig über­spitz­te Kri­tik zu wer­ten. In die­sem Fall sind alle vier Äuße­run­gen als Schmäh­kri­tik ein­zu­stu­fen. Äuße­run­gen von Rap­pern wie dem Beklag­ten wür­den „mit ihrer teil­wei­se unsach­li­chen und über­zo­ge­nen Ten­denz vom ver­stän­di­gen Durch­schnitts­bür­ger nicht für bare Mün­ze genom­men“. Ande­rer­seits habe sich die Klä­ge­rin durch die Teil­nah­me am Con­tainerle­ben im Fern­seh­pro­gramm gezielt der Öffent­lich­keit aus­ge­lie­fert und sich in eine depri­va­ti­sier­te Situa­ti­on begeben. 

Wegen einer wei­te­ren Ver­trags­stra­fen­for­de­rung in Höhe von 20.000,- EUR wies das Land­ge­richt die Kla­ge ab.

Land­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 13. August 2012 – 33 O 434/​11