Steu­er­hin­ter­zie­hung – und der Straf­kla­gen­ver­brauch

Die Ein­stel­lung eines Straf­ver­fah­rens wegen Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung nach § 153a StPO kann zu einem Straf­kla­gen­ver­brauch

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und der Straf­kla­gen­ver­brauch

wegen Hin­ter­zie­hung von Kör­per­schaft­steu­er für das glei­che Jahr füh­ren.

In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof beur­teil­ten Fall warf die Ankla­ge dem Ange­klag­ten die Hin­ter­zie­hung von Kör­per­schaft­steu­er für das Jahr 2000 durch Abga­be einer unrich­ti­gen Steu­er­erklä­rung zuguns­ten der F. GmbH vor. Bereits vor Ein­lei­tung des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens wur­de gegen den Ange­klag­ten jedoch durch die Steu­er­fahn­dungs­stel­le des Finanz­amts u.a. wegen des Ver­dachts der Hin­ter­zie­hung von Umsatz­steu­er für das Jahr 2000 zuguns­ten der F. GmbH durch Abga­be einer inhalt­lich unrich­ti­gen Umsatz­steu­er­jah­res­er­klä­rung als Geschäfts­füh­rer der Gesell­schaft ermit­telt. Das Ver­fah­ren wur­de im Jahr 2004 nach Erfül­lung einer Geld­auf­la­ge gemäß § 153a Abs. 1 StPO ein­ge­stellt, mit der Fol­ge, dass die Tat nicht mehr als Ver­ge­hen ver­folgt wer­den kann (§ 153a Abs. 1 Satz 5 StPO).

Da die Ver­fah­rens­ein­stel­lung nach § 153a StPO die gesam­te pro­zes­sua­le Tat erfasst, ist zugleich für die tat­ein­heit­lich began­ge­ne Hin­ter­zie­hung von Kör­per­schaft­steu­er für das Jahr 2000 zuguns­ten der F. GmbH [1] Straf­kla­ge­ver­brauch ein­ge­tre­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Dezem­ber 2015 – 1 StR 154/​15

  1. zu den Kon­kur­ren­zen bei Steu­er­straf­ta­ten vgl. BGH, Beschluss vom 23.07.2014 – 1 StR 207/​14, wis­tra 2014, 443 mwN[]