Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die Urteilsgründe

Bei einer Ver­ur­tei­lung wegen Steu­er­hin­ter­zie­hung (§ 370 AO) reicht es regel­mä­ßig nicht aus, dass die den Straf­tat­be­stand aus­fül­len­de steu­er­recht­li­che Norm bezeich­net und die Sum­me der ver­kürz­ten Steu­ern in den Urteils­grün­den mit­ge­teilt wird.

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die Urteilsgründe

Viel­mehr müs­sen die Urteils­grün­de gemäß § 267 Abs. 1 Satz 1 StPO für jede Steu­er­art und jeden Besteue­rungs­zeit­raum unter Schuld­ge­sichts­punk­ten so kla­re Fest­stel­lun­gen tref­fen, dass sowohl die dem Schuld­spruch zugrun­de lie­gen­den steu­er­recht­li­chen Gesichts­punk­te als auch die Berech­nung der ver­kürz­ten Steu­ern der Höhe nach erkenn­bar werden.

Dazu gehö­ren jeden­falls die­je­ni­gen Tat­sa­chen, die den staat­li­chen Steu­er­an­spruch begrün­den, und die­je­ni­gen Tat­sa­chen, die für die Höhe der geschul­de­ten und der ver­kürz­ten Steu­ern von Bedeu­tung sind [1].

Die­se Anfor­de­run­gen betref­fen auch die den Schuld­spruch wegen ver­such­ter Steu­er­hin­ter­zie­hung zuge­hö­ri­gen Feststellungen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. März 2016 – 1 StR 619/​15

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 01.09.2015 – 1 StR 12/​15, wis­tra 2015, 477; vom 19.08.2015 – 1 StR 178/​15, wis­tra 2015, 476; vom 13.07.2011 – 1 StR 154/​11; und vom 24.06.2009 – 1 StR 229/​09, wis­tra 2009, 396 f.; Urteil vom 12.05.2009 – 1 StR 718/​08, NJW 2009, 2546 mwN[]