Tot­schlag des eige­nen Babys

Zu zwölf Jah­ren ist ein ange­klag­ter Vater wegen vor­sätz­li­cher Tötung des eige­nen vier Mona­te alten Säug­lings ver­ur­teilt wor­den. Damit ist das Land­ge­richt Osna­brück noch höher in der Bestra­fung gegan­gen als der Ver­tre­ter der Staats­an­walt­schaft (mit elf Jah­ren) bean­tragt hatte.

Tot­schlag des eige­nen Babys

In dem hier vor­lie­gen­den Fall ist der Vater eines getö­te­ten Säug­lings wegen Tot­schlags vom Land­ge­richt Osna­brück ver­ur­teilt wor­den. Dem 35-jäh­ri­gen Ange­klag­ten aus Osna­brück ist vor­ge­wor­fen wor­den, am 18. Febru­ar 2012 zwi­schen 17:30 Uhr und 18:30 Uhr sei­nen etwa vier Mona­te alten Sohn in sei­ner Woh­nung in Osna­brück so hef­tig und lang­an­dau­ernd geschüt­telt zu haben, dass die­ser durch das dadurch erlit­te­ne schwe­re Schüt­tel­trau­ma am 20. Febru­ar 2012 ver­stor­ben ist.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung betont das Land­ge­richt Osna­brück, dass ein Unglücks­fall aus­zu­schlie­ßen sei. Der Ange­klag­te sei es gewe­sen, der sei­nem Sohn durch anhal­ten­des, kräf­ti­ges Schüt­teln die erheb­li­chen Ver­let­zun­gen zuge­fügt habe, an denen die­ser schließ­lich im Mari­en­hos­pi­tal in Osna­brück ver­stor­ben sei. Zur Über­zeu­gung des Land­ge­richts ste­he fest, dass dem Ange­klag­ten auch bewusst gewe­sen sei, dass das Schüt­teln zum Tode des Kin­des füh­ren kön­ne. Der Ange­klag­te habe sich damit abgefunden.

Die Stra­fe ist unter ande­rem damit begrün­det wor­den, dass der Ange­klag­te als Vater eine beson­de­re Für­sor­ge für sein Kind hät­te wal­ten las­sen müs­sen. Statt des­sen habe er den völ­lig hilf­lo­sen Säug­ling schwer misshandelt.

Land­ge­richt Osna­brück, Urteil vom 19. Sep­tem­ber 2012 – 6 Ks 4/​12