Urteil gegen jun­ge Gewalt­tä­ter vom Bahn­hof Fried­rich­stra­ße

Das Urteil des Land­ge­richts Ber­lin [1] gegen die jun­gen Gewalt­tä­ter vom Bahn­hof Fried­rich­stra­ße ist rechts­kräf­tig.

Urteil gegen jun­ge Gewalt­tä­ter vom Bahn­hof Fried­rich­stra­ße

In der Nacht zum 23. April 2011 schlug der stark alko­ho­li­sier­te Ange­klag­te, ein 18jähriger Gym­na­si­ast, auf dem U‑Bahnhof Fried­rich­stra­ße in Ber­lin den ihm zuvor unbe­kann­ten 29-jäh­ri­gen Neben­klä­ger Mar­kus P. mit einer noch teil­wei­se gefüll­ten Hart­plas­tik­fla­sche nie­der. Dem am Boden Lie­gen­den ver­setz­te er meh­re­re hef­ti­ge Trit­te gegen den Kopf. Mar­kus P. erlitt ein schwe­res Schä­del-Hirn-Trau­ma; zu wei­te­ren inne­ren Ver­let­zun­gen kam es nicht. Dem 22 Jah­re alten Georg B., der den Ange­klag­ten von wei­te­ren Trit­ten gegen das bewusst­lo­se Opfer abhielt, ver­setz­te der Ange­klag­te mit Hil­fe eines frü­he­ren Mit­an­ge­klag­ten Faust­schlä­ge und Trit­te. Bei­de Täter konn­ten zunächst flie­hen. Der Ange­klag­te stell­te sich am Nach­mit­tag des­sel­ben Tages der Poli­zei, nach­dem er das zu Fahn­dungs­zwe­cken ins Inter­net ein­ge­stell­te, die Gescheh­nis­se auf dem Bahn­steig doku­men­tie­ren­de Über­wa­chungs­vi­deo ange­se­hen hat­te.

Der Ange­klag­te wur­de vom Land­ge­richt Ber­lin wegen ver­such­ten Tot­schlags und gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung zum Nach­teil des Mar­kus P. und gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung zum Nach­teil des Georg B. zu einer Jugend­stra­fe von zwei Jah­ren und zehn Mona­ten ver­ur­teilt.

Der 5. (Leip­zi­ger) Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die Revi­si­on des Ange­klag­ten durch Beschluss als unbe­grün­det ver­wor­fen. Das Urteil ist damit rechts­kräf­tig.

Beschluss vom 28. März 2012 – 5 StR 81/​12

  1. LG Ber­lin, Ureil vom 19.09.2011 – (539) 234 Js 2053/​11 KLs (29/​11) []