Zusammenfassung mehrerer Steuerbescheide in einer Verfügung

Die äußer­liche Zusam­men­fas­sung von Ver­wal­tungsak­ten in ein­er Ver­fü­gung hat die höch­strichter­liche Recht­sprechung stets gebil­ligt, sofern hin­re­ichend deut­lich zum Aus­druck kommt, dass die Ver­fü­gung mehrere unter­schiedliche Regelungsin­halte enthält1.

Zusammenfassung mehrerer Steuerbescheide in einer Verfügung

So kön­nen aus Vere­in­fachungs­grün­den beispiel­sweise Gewin­n­fest­stel­lungs­beschei­de in einem Sam­melbescheid zusam­menge­fasst wer­den; sie sind jedoch als selb­ständi­ge Steuerbeschei­de anzuse­hen.

Auch die geson­derte und ein­heitliche Fest­stel­lung nach § 35 Abs. 3 EStG 2002 bzw. ‑wie im Stre­it­fall- nach § 35 Abs. 2 EStG und die geson­derte und ein­heitliche Fest­stel­lung nach § 179 Abs. 2 Satz 2, § 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO kön­nen in einem Sam­melbescheid zusam­menge­fasst wer­den2.

Sofern der Bescheid u.a. auch hin­re­ichend deut­lich zum Aus­druck bringt, dass darin Fest­stel­lun­gen nach § 35 Abs. 2 Satz 1 EStG getrof­fen wer­den sollen, ist auch die Zusam­men­fas­sung unter­schiedlich­er geson­dert­er und zum Teil auch ein­heitlich­er Fest­stel­lun­gen in einem Sam­melbescheid nicht zu bean­standen.

So enthielt etwa der hier vom Bun­des­fi­nanzhof gebil­ligte Änderungs­bescheid neben Fest­stel­lun­gen i.S. ein­er geson­derten und ein­heitlichen Fest­stel­lung nach § 35 Abs. 2 Satz 1 EStG (für das Stre­it­jahr ‑nur- die Fest­stel­lung des Betrags des Gewerbesteuer­mess­be­trags und der auf die einzel­nen Mitun­ternehmer ent­fal­l­en­den Anteile) u.a. auch solche, die im Rah­men ein­er geson­derten und ein­heitlichen Fest­stel­lung von Besteuerungs­grund­la­gen (Gewin­n­fest­stel­lung nach § 179 Abs. 2 Satz 2, § 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO) zu tre­f­fen sind. Dabei han­delt es sich bei dem Fest­stel­lungsver­fahren nach § 35 EStG und der Gewin­n­fest­stel­lung nach § 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO um jew­eils eigen­ständi­ge Fest­stel­lungsver­fahren3.

Bun­des­fi­nanzhof, Urteil vom 14. Jan­u­ar 2016 — IV R 5/14

  1. vgl. hierzu und zum Fol­gen­den BFH, Urteil vom 22.09.2011 — IV R 8/09, BFHE 235, 287, BSt­Bl II 2012, 183, Rz 21, m.w.N. []
  2. BFH, Urteile in BFHE 235, 287, BSt­Bl II 2012, 183, Rz 21, und in BFHE 249, 544, BSt­Bl II 2015, 837, Rz 24 []
  3. BFH, Urteil vom 15.04.2010 — IV R 5/08, BFHE 229, 524, BSt­Bl II 2010, 912, Rz 12 []