Aus­lie­fe­rungs­haft­be­fehl gegen einen Tier­schutz­ak­ti­vis­ten

Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main hat den Aus­lie­fe­rungs­haft­be­fehl gegen den flüch­ti­gen kana­di­schen Tier­schutz­ak­ti­vis­ten Paul Wat­son, den Grün­der der „Sea She­pherd Con­ser­va­ti­on Socie­ty“, wie­der in Voll­zug gesetzt und die Ver­scho­nung auf­ge­ho­ben.

Aus­lie­fe­rungs­haft­be­fehl gegen einen Tier­schutz­ak­ti­vis­ten

Wat­son war auf­grund eines Haft­be­fehls Cos­ta Ricas, in dem ihm ein gefähr­li­cher Ein­griff in den Schiffs­ver­kehr vor­ge­wor­fen wird, bei der Ein­rei­se nach Deutsch­land am 13. Mai 2012 fest­ge­nom­men wor­den. Mit Beschluss vom 18. Mai 2012 ord­ne­te das OLG Aus­lie­fe­rungs­haft gegen ihn an, die jedoch gegen Leis­tung einer Sicher­heit von 250.000,- € außer Voll­zug gesetzt wur­de. Mit Beschluss vom 4. Juli 2012 hat­te das OLG sodann ent­schie­den, dass die Aus­lie­fe­rungs­haft unter Auf­recht­erhal­tung der Ver­scho­nungs­be­schlüs­se fort­daue­re.

Seit dem 22. Juli 2012 ist Wat­son, der sich nach dem Beschluss vom 18. Mai 2012 auf frei­em Fuß befand, sei­ner Mel­de­auf­la­ge nicht mehr nach­ge­kom­men. Sein Bevoll­mäch­tig­ter teil­te jetzt mit, dass ihn sein Man­dant tele­fo­nisch davon unter­rich­tet habe, dass er Deutsch­land mit unbe­stimm­tem Ziel ver­las­sen habe.

Da Wat­son durch sei­ne Flucht gezeigt hat, dass das in ihn gesetz­te Ver­trau­en nicht gerecht­fer­tigt war, war der Aus­lie­fe­rungs­haft­be­fehl wie­der in Voll­zug zu set­zen.

Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main, Beschluss vom 24. Juli 2012 – 2 Ausl A 106/​12