Beschlussanfechtung — und der spätere Ausschluss des Gesellschafters

Allein durch den Auss­chluss des anfech­t­en­den Gesellschafters ent­fällt dessen Inter­esse an der Klärung der rechtlichen Wirk­samkeit der ange­focht­e­nen Beschlüsse nicht.

Beschlussanfechtung — und der spätere Ausschluss des Gesellschafters

Der Gesellschafter ein­er Per­so­n­enge­sellschaft hat grund­sät­zlich ein Inter­esse im Sinn von § 256 Abs. 1 ZPO an der Fest­stel­lung der Unwirk­samkeit eines Gesellschafterbeschlusses1. Das ergibt sich schon aus sein­er Zuge­hörigkeit zu der Gesellschaft.

Er muss es nicht hin­nehmen, dass über die Wirk­samkeit eines Gesellschafterbeschlusses Recht­sun­sicher­heit beste­ht. Dies gilt grund­sät­zlich auch über das Beste­hen der Gesellschaft oder die Zuge­hörigkeit des Gesellschafters zu der Gesellschaft hin­aus2.

Ob Sachver­halte denkbar sind, bei denen mit Auss­chei­den ein Fest­stel­lungsin­ter­esse ent­fällt, hat der Bun­des­gericht­shof bish­er offen­ge­lassen3 und kann auch im hier entsch­iede­nen Fall offen­bleiben, denn die hier ange­focht­e­nen Beschlüsse betr­e­f­fen unmit­tel­bar oder mit­tel­bar die Recht­stel­lung der anfech­t­en­den Gesellschaf­terin als geschäfts­führende Gesellschaf­terin. Die Klärung ihrer Wirk­samkeit bleibt damit für die Rechtsstel­lung der Gesellschaf­terin von Bedeu­tung.

Bun­des­gericht­shof, Urteil vom 25. Okto­ber 2016 — II ZR 232/15

  1. BGH, Urteil vom 21.10.1991 — II ZR 211/90, NJW-RR 1992, 227; Urteil vom 25.11.2002 — II ZR 69/01, ZIP 2003, 116, 118; Urteil vom 07.02.2012 — II ZR 230/09, ZIP 2012, 917 Rn. 24; Urteil vom 09.04.2013 — II ZR 3/12, ZIP 2013, 1021 Rn. 10 []
  2. BGH, Urteil vom 09.04.2013 — II ZR 3/12, ZIP 2013, 1021 Rn. 10 []
  3. BGH, Urteil vom 09.04.2013 — II ZR 3/12, ZIP 2013, 1021 Rn. 11 []