Die Aus­kunfts­pflicht des ehe­ma­li­gen Geschäfts­füh­rers

Der gegen den Geschäfts­füh­rer einer Gesell­schaft bestehen­de Aus­kunfts­an­spruch erlischt nicht mit dem Aus­schei­den aus der Geschäfts­lei­tung.

Die Aus­kunfts­pflicht des ehe­ma­li­gen Geschäfts­füh­rers

Der gegen einen Geschäfts­füh­rer bestehen­de Aus­kunfts­an­spruch erlischt nicht mit dem Aus­schei­den aus der Geschäfts­lei­tung. Eine Begren­zung des Anspruchs tritt ledig­lich inso­weit ein, als der aus­ge­schie­de­ne Geschäfts­füh­rer nur nach sei­nen Kennt­nis­sen zur Aus­kunft ver­pflich­tet ist. Die­ser Umstand berührt aber nicht den Aus­kunfts­an­spruch dem Grun­de nach, son­dern nur den Umfang der zu ertei­len­den Aus­kunft [1]. Zudem ist die begehr­te Aus­kunft nicht auf das prä­sen­te Wis­sen des Aus­kunfts­ver­pflich­te­ten beschränkt; ihm sind viel­mehr gewis­se Nach­for­schungs­pflich­ten auf­er­legt [2]. Der aus­ge­schie­de­ne Geschäfts­füh­rer muss sich daher soweit für die Ertei­lung der Aus­kunft erfor­der­lich um Auf­klä­rung bei der Gesell­schaft bemü­hen, für die er tätig war.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. Okto­ber 2012 – I ZR 82/​11

  1. vgl. BGH, GRUR 2000, 605, 608 comtes/​ComTel[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 23.01.2003 – I ZR 18/​01, GRUR 2003, 433, 434 = WRP 2003, 653 Car­tier­Ring; BGHZ 166, 233 Rn. 40 Par­füm­test­käu­fe[]