Geburts­ein­trag nach 12 Jah­ren

Auch nach 12 Jah­ren kann es noch zum erst­ma­li­gen Ein­trag ins Geburts­re­gis­ter kom­men:

Geburts­ein­trag nach 12 Jah­ren

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Kin­des­mut­ter ent­schie­den, die über 6 Jah­re nach der Geburt für ihr Kind erst­mals eine Geburts­ur­kun­de mit dem für ihre Aus­stel­lung not­wen­di­gen Geburts­ein­trag bean­tragt hat­te. Das Kind ist, nach Anga­ben der Mut­ter, in einem zum Bezirk des Stan­des­am­tes gehö­ren­den Ort bei einer Haus­ge­burt mit Hil­fe von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zur Welt gebracht wor­den. Auf­grund des sei­ner­zeit ille­ga­len Auf­ent­halts der Kin­des­mut­ter in Deutsch­land ist die Geburt den Behör­den nicht ange­zeigt wor­den. Das Stan­des­amt und auch das Amts­ge­richt Bie­le­feld sind der Auf­fas­sung gewe­sen, dass es an den Vor­aus­set­zun­gen für den bean­trag­ten Ein­trag in das Geburts­re­gis­ter feh­le.

Die­ser Argu­men­ta­ti­on ist das Ober­lan­des­ge­richt Hamm nicht gefolgt. Nach­dem es sich durch die Anhö­rung der Kin­des­mut­ter und die Zeu­gen­ver­neh­mung des Kin­des­va­ters von der Rich­tig­keit ihrer Anga­ben über­zeu­gen konn­te, hat es den bean­trag­ten Geburts­ein­trag für das mitt­ler­wei­le 12 Jah­re alte Kind ange­ord­net.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Beschluss vom 5. Juli 2012 – I‑15 W 26/​12