Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­ben – und sei­ne Rea­li­sie­rung im Rah­men der Liquidation

Nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs ist es ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den, dass der Gesetz­ge­ber die Rea­li­sa­ti­on des Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­bens bis zum Inkraft­tre­ten des SEStEG aus­schüt­tungs­ab­hän­gig aus­ge­stal­tet hat.

Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­ben – und sei­ne Rea­li­sie­rung im Rah­men der Liquidation

Die gesetz­li­che Begren­zung der Kör­per­schaft­steu­er­min­de­rung auf 1/​6 des im Rah­men einer Liqui­da­ti­on ver­teil­ten Ver­mö­gens, die bei unzu­rei­chen­der Kapi­tal­aus­stat­tung einer Kapi­tal­ge­sell­schaft zu einem end­gül­ti­gen Ver­lust von Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­ben füh­ren kann, ist für den Bun­des­fi­nanz­hof ver­fas­sungs­recht­lich eben­falls nicht zu beanstanden.

Die Fra­ge der Rea­li­sie­rung des Kör­per­schaft­steu­er­gut­ha­bens im Fal­le einer Liqui­da­ti­on ist nach den Maß­ga­ben des § 40 Abs. 4 KStG 2002 i.d.F. des Geset­zes zum Abbau von Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen und Aus­nah­me­re­ge­lun­gen (Steu­er­ver­güns­ti­gungs­ab­bau­ge­setz ‑StVer­gAbG-) vom 16.05.2003 [1] zu beur­tei­len. Danach min­dert sich, wenn das Ver­mö­gen einer Kör­per­schaft im Rah­men einer Liqui­da­ti­on ver­teilt wird, die Kör­per­schaft­steu­er um den Betrag, der sich nach § 37 KStG 2002 erge­ben wür­de, wenn das ver­teil­te Ver­mö­gen als im Zeit­punkt der Ver­tei­lung für eine Aus­schüt­tung ver­wen­det gel­ten wür­de. Die Min­de­rung der Kör­per­schaft­steu­er ‑die, wie der Streit­fall zeigt, ohne Wei­te­res auch zu einer Kör­per­schaft­steu­er­erstat­tung füh­ren kann [2]- ist für den Ver­an­la­gungs­zeit­raum vor­zu­neh­men, in dem die Liqui­da­ti­on endet.

Danach min­dert sich, wenn das Ver­mö­gen einer Kör­per­schaft im Rah­men einer Liqui­da­ti­on ver­teilt wird, die Kör­per­schaft­steu­er um den Betrag, der sich nach § 37 KStG 2002 erge­ben wür­de, wenn das ver­teil­te Ver­mö­gen als im Zeit­punkt der Ver­tei­lung für eine Aus­schüt­tung ver­wen­det gel­ten wür­de. Die Min­de­rung der Kör­per­schaft­steu­er ‑die, wie der Streit­fall zeigt, ohne Wei­te­res auch zu einer Kör­per­schaft­steu­er­erstat­tung füh­ren kann [2]- ist für den Ver­an­la­gungs­zeit­raum vor­zu­neh­men, in dem die Liqui­da­ti­on endet.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 2. Febru­ar 2016 – I R 21/​14

  1. BGBl I 2003, 660, BStBl I 2003, 321[]
  2. BFH, Urteil vom 29.08.2012 – I R 65/​11, BFHE 238, 382, BStBl II 2013, 555; Brodersen/​Littan, GmbHR 2003, 678[][]