Schüß­ler-Sal­ze als „sanf­te Beglei­ter in der Schwan­ger­schaft“

Die Wer­bung für Schüß­ler-Sal­ze als „sanf­te Beglei­ter in der Schwan­ger­schaft“ ist unzu­läs­sig. So urteil­te jetzt das Ober­lan­des­ge­richt Hamm die in der Deut­schen Heb­am­men­zeit­schrift in Bezug auf zwei homöo­pa­thi­sche Arz­nei­mit­tel ver­öf­fent­lich­te Wer­be­aus­sa­ge „Schüß­ler-Sal­ze … Sanf­te Beglei­ter in der Schwan­ger­schaft“ als irre­füh­rend. Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm bestä­tig­te damit eine einst­wei­li­ge Ver­fü­gung des Land­ge­richts Dort­mund, die die­se Wer­be­aus­sa­ge unter­sagt.

Schüß­ler-Sal­ze als „sanf­te Beglei­ter in der Schwan­ger­schaft“

Das beklag­te Unter­neh­men aus Rhe­da-Wie­den­brück ver­treibt Schüß­ler-Sal­ze u.a. als homöo­pa­thi­sche Arz­nei­mit­tel, die als sol­che regis­triert, aber nicht mit Anwen­dungs­ge­bie­ten zuge­las­sen sind. Sie hat­te in der Deut­schen Heb­am­men­zeit­schrift mit der Aus­sa­ge „Schüß­ler-Sal­ze … Sanf­te Beglei­ter in der Schwan­ger­schaft“ für zwei ihrer homöo­pa­thi­schen Arz­nei­mit­tel gewor­ben, wor­in der kla­gen­de Ver­band eine irre­füh­ren­de Wer­bung sah und von der Beklag­ten ein Unter­las­sen der Wer­be­aus­sa­ge ver­langt hat. Das Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat den Unter­las­sungs­an­spruch bestä­tigt:

Die zu bean­stan­den­de Wer­be­aus­sa­ge beinhal­te auch aus Sicht der ange­spro­che­nen fach­kun­di­gen Heb­am­men ein fal­sches Wir­kungs­ver­spre­chen im Sin­ne von § 3 Nr. 1 Heil­mit­tel­wer­be­ge­setz. Bewor­ben wür­den regis­trier­te homöo­pa­thi­sche Arz­nei­mit­tel, bei denen das eigent­li­che Anwen­dungs­ge­biet wie z. B. der Bereich einer Krank­heit, in dem das Arz­nei­mit­tel wir­ken sol­le, nicht genannt wer­den dür­fe, um eine Irre­füh­rung zu ver­mei­den. Für die­se Mit­tel dür­fe dann erst recht nicht mit einem umfas­sen­de­ren Ein­satz­be­reich – einen sol­chen stel­le die Schwan­ger­schaft dar – gewor­ben wer­den.

In Bezug auf die Schwan­ger­schaft wer­de mit der Wer­be­aus­sa­ge der Ein­druck erweckt, dass die genann­ten Mit­tel scho­nend und dau­er­haft posi­ti­ven Ein­fluss spe­zi­ell für die Schwan­ge­ren ent­fal­ten könn­ten, die Krank­hei­ten oder Beschwer­den aus dem Anwen­dungs­be­reich der in Fra­ge ste­hen­den Mit­tel auf­wie­sen.

Der Ein­druck sei falsch, weil die Wir­kung der bewor­be­nen Arz­nei­mit­tel nicht wis­sen­schaft­lich gesi­chert sei. Es bestehe die Gefahr, dass Heb­am­men den Schwan­ge­ren im Ver­trau­en auf die Wer­be­an­ga­be zur Ein­nah­me des bewor­be­nen homöo­pa­thi­schen Arz­nei­mit­tels rie­ten. Das hal­te die Schwan­ge­re mög­li­cher­wei­se von der Befra­gung ihres Arz­tes oder von der Ein­nah­me angeb­lich mehr belas­ten­der, aber bes­ser hel­fen­der Prä­pa­ra­te ab.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urteil vom 13. Dezem­ber 2012 – I‑4 U 141/​12