Unter­neh­mens­kenn­zei­chen vs. Wett­be­werbs­recht – 2 unter­schied­li­che Unter­las­sungs­an­sprü­che

Es lie­gen unter­schied­li­che Streit­ge­gen­stän­de vor, soweit die Klä­ge­rin aus ihrem Unter­neh­mens­kenn­zei­chen und wegen wett­be­werbs­wid­ri­gen Ver­hal­tens gegen die Beklag­te vor­geht [1].

Unter­neh­mens­kenn­zei­chen vs. Wett­be­werbs­recht – 2 unter­schied­li­che Unter­las­sungs­an­sprü­che

Der von der Klä­ge­rin gel­tend gemach­te ver­trag­li­che Anspruch bil­det einen wei­te­ren Streit­ge­gen­stand, weil die ver­trag­lich ver­ein­bar­te Auf­tei­lung des Bun­des­ge­biets in zwei Wirt­schafts­räu­me, in denen die jeweils ande­re Par­tei kei­ne Beklei­dungs­häu­ser betrei­ben darf, etwai­ge Unter­las­sungs­an­sprü­che der Klä­ge­rin im Ver­hält­nis zu den in Rede ste­hen­den gesetz­li­chen Ver­bots­an­sprü­chen erkenn­bar unter­schied­lich aus­ge­stal­tet [2].

Dage­gen liegt nur ein Streit­ge­gen­stand vor, soweit die Klä­ge­rin die wett­be­werbs­recht­li­che Unter­las­sungs­kla­ge sowohl auf einen Ver­stoß gegen das Irre­füh­rungs­ver­bot nach §§ 3, 5 Abs. 2 UWG wegen Ver­wechs­lungs­ge­fahr zwi­schen den Unter­neh­mens­kenn­zei­chen der Par­tei­en als auch auf eine Ver­schleie­rung des Wer­be­cha­rak­ters der Anzei­gen nach §§ 3, 4 Nr. 3 UWG stützt.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits ent­schie­den, dass bei der wett­be­werbs­recht­li­chen Unter­las­sungs­kla­ge die kon­kre­te Ver­let­zungs­form grund­sätz­lich den Streit­ge­gen­stand bil­det, wenn mit der Kla­ge ein ent­spre­chen­des Unter­las­sungs­be­geh­ren ver­folgt wird [3]. Der Unter­las­sungs­an­trag ist gegen die bean­stan­de­te Wer­bung und damit gegen die kon­kre­te Ver­let­zungs­form gerich­tet. Dar­auf, dass die Unlau­ter­keits­tat­be­stän­de der Irre­füh­rung durch Her­vor­ru­fen einer Ver­wechs­lungs­ge­fahr mit dem Unter­neh­mens­kenn­zei­chen eines Mit­be­wer­bers nach § 5 Abs. 2 UWG und der Ver­schleie­rung des Wer­be­cha­rak­ters einer Anzei­ge im Sin­ne von § 4 Nr. 3 UWG einen unter­schied­li­chen Tat­sa­chen­vor­trag erfor­dern, kommt es nicht an [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil des I. Zivil­se­nats vom 24. Sep­tem­ber 2013 – I ZR 64/​11

  1. vgl. BGH, Urteil vom 08.03.2012 – I ZR 75/​10, GRUR 2012, 621 Rn. 31 = WRP 2012, 716 OSCAR[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 24.01.2013 – I ZR 60/​11, GRUR 2013, 397 Rn. 14 = WRP 2013, 499 Peek & Clop­pen­burg III[]
  3. BGH, Urteil vom 13.09.2012 – I ZR 230/​11, BGHZ 194, 314 Rn. 24 Bio­mi­ne­ral­was­ser[]
  4. vgl. BGHZ 194, 314 Rn. 17 und 19 Bio­mi­ne­ral­was­ser[]