Verlustausgleichsanspruch bei Beendigung der stillen Gesellschaft — und seine Fälligkeit

Der Anspruch auf Zahlung eines Auseinan­der­set­zungsguthabens des stillen Gesellschafters entste­ht — eben­so wie der Ver­lus­taus­gle­ich­sanspruch — mit der Beendi­gung der stillen Gesellschaft1.

Verlustausgleichsanspruch bei Beendigung der stillen Gesellschaft — und seine Fälligkeit

Er kann nach sein­er Fäl­ligkeit gel­tend gemacht bzw. mit ein­er Klage durchge­set­zt wer­den (§ 271 BGB).

Die man­gel­nde Fäl­ligkeit des Zahlungsanspruchs der Han­dels­ge­sellschaft min­destens vor dem 1. Jan­u­ar des Fol­ge­jahres fol­gt aus § 235 Abs. 1 HGB, der ver­langt, dass sich der Inhab­er des Han­dels­geschäfts nach der Auflö­sung der stillen Gesellschaft mit dem stillen Gesellschafter auseinan­derzuset­zen hat. Es entspricht der ständi­gen Recht­sprechung des Bun­des­gericht­shofs und der vorherrschen­den Ansicht im Schrift­tum, dass bei Beendi­gung ein­er atyp­isch stillen Gesellschaft der Anspruch des stillen Gesellschafters auf Auszahlung des Auseinan­der­set­zungsguthabens eben­so wie ein eventueller Ver­lus­taus­gle­ich­sanspruch des Geschäftsin­hab­ers regelmäßig erst nach der Auseinan­der­set­zung gemäß § 235 Abs. 1 HGB in Form der Durch­führung ein­er Gesamtabrech­nung fäl­lig wird, die der Geschäftsin­hab­er allerd­ings nicht unge­bührlich hin­auszögern darf2.

Die danach erforder­liche Gesamtabrech­nung wird regelmäßig nach Auf­stel­lung des Jahresab­schlusses für das Geschäft­s­jahr der Beendi­gung der stillen Gesellschaft erstellt. Etwas anderes kann sich bei einem unge­bührlich­es Verzögern der Gesamtabrech­nung jeden­falls über das Fol­ge­jahr hin­aus ergeben.

Bun­des­gericht­shof, Urteil vom 6. Dezem­ber 2016 — II ZR 262/15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 14.07.1997 — II ZR 122/96, ZIP 1997, 1589, 1590 []
  2. BGH, Urteil vom 03.02.2015 — II ZR 335/13, ZIP 2015, 1116 Rn. 15; Urteil vom 08.11.2004 — II ZR 300/02, ZIP 2005, 82, 84; Urteil vom 29.06.1992 — II ZR 284/91, ZIP 1992, 1552, 1553; Urteil vom 12.05.1977 — III ZR 91/75, WM 1977, 973, 974; Urteil vom 08.07.1976 — II ZR 34/75, DB 1977, 87, 89; Urteil vom 12.06.1972 — II ZR 109/71, WM 1972, 1056; Kauf­feld in Blau­rock, HdB der stillen Gesellschaft, 8. Aufl., § 16 Rn. 16.39; Hopt in Baumbach/Hopt, HGB, 37. Aufl., § 235 Rn. 2; Gehrlein in Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn, HGB, 3. Aufl., § 235 Rn.19 []