Abflusszeitpunkt von Betriebsausgaben — bei unbarer Zahlung im Lastschriftverfahren

Die Recht­sprechung des Bun­des­fi­nanzhofs zum Abfluss von Betrieb­saus­gaben bei unbaren Zahlun­gen per Über­weisung1 ist auch auf den Fall ein­er unbaren Zahlung im Lastschriftver­afahren zu über­tra­gen.

Abflusszeitpunkt von Betriebsausgaben — bei unbarer Zahlung im Lastschriftverfahren

Danach liegt auch bei ein­er Zahlung im Lastschriftver­fahren ein Abfluss i.S. des § 11 Abs. 2 Satz 1 EStG bere­its dann vor, wenn der Steuerpflichtige durch die Erteilung der Einzugser­mäch­ti­gung und eine aus­re­ichende Deck­ung seines Girokon­tos alles in sein­er Macht ste­hende getan hat, um die Zahlung (hier: der Steuer­schuld) zum Zeit­punkt der Fäl­ligkeit zu gewährleis­ten. Wann der Leis­tungser­folg ein­tritt, ist uner­he­blich2.

Dies entspricht der ein­deuti­gen geset­zlichen Regelung in § 224 Abs. 2 Nr. 3 AO, nach der bei Vor­liegen ein­er Einzugser­mäch­ti­gung die Zahlung ‑unab­hängig vom Zeit­punkt der Gutschrift beim Zahlungsempfänger- am Fäl­ligkeit­stag als entrichtet gilt. Dem ste­ht nicht ent­ge­gen, dass der Schuld­ner im Einzugser­mäch­ti­gungslastschriftver­fahren der Belas­tung seines Kon­tos inner­halb ein­er bes­timmten Frist wider­sprechen kann, da in diesem Fall ein Abfluss zu verneinen wäre3.

Bun­des­fi­nanzhof, Beschluss vom 8. März 2016 — VIII B 58/15

  1. BFH, Urteile vom 14.01.1986 — IX R 51/80, BFHE 146, 48, BSt­Bl II 1986, 453; vom 11.08.1987 — IX R 163/83, BFHE 152, 440, BSt­Bl II 1989, 702 []
  2. BFH, Urteil vom 07.12 1999 — VIII R 8/98, BFH/NV 2000, 825 []
  3. vgl. BFH, Urteil in BFHE 146, 48, BSt­Bl II 1986, 453 []