Die Haf­tung des Geschäfts­füh­rers für die Ein­fuhr­um­satz­steu­er – und der Grund­satz der antei­li­gen Til­gung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des BFH ist u. a. bei der Haf­tung für Umsatz­steu­er der haf­tungs­be­gren­zen­de Grund­satz der antei­li­gen Til­gung zu beach­ten.

Die Haf­tung des Geschäfts­füh­rers für die Ein­fuhr­um­satz­steu­er – und der Grund­satz der antei­li­gen Til­gung

Die­ser besagt, dass der gesetz­li­che Ver­tre­ter nach §§ 69, 34 AO nur in dem Umfang in Anspruch genom­men wer­den kann, in dem er bei der Til­gung der Gesamt­ver­bind­lich­kei­ten das Finanz­amt gegen­über ande­ren Gläu­bi­gern benach­tei­ligt hat [1].

Denn ver­langt wird von einem GmbH-Geschäfts­füh­rer, dass er in Erfül­lung sei­ner steu­er­li­chen Pflich­ten die ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel zu einer in etwa antei­li­gen Befrie­di­gung des Finanz­amts und der übri­gen Gläu­bi­ger ver­wen­det.

Der zu for­dern­de Kau­sal­zu­sam­men­hang zwi­schen der Pflicht­ver­let­zung und dem Scha­dens­ein­tritt ent­fällt, wenn man­gels aus­rei­chen­der Zah­lungs­mit­tel auch bei frist­ge­rech­ter Abga­be der Steu­er­an­mel­dung die geschul­de­te Steu­er nicht hät­te an das Finanz­amt abge­führt wer­den kön­nen.

Ob nach Ein­füh­rung des ZK und des Ver­brauch­steu­er-Bin­nen­markt­ge­set­zes die­se Grund­sät­ze auch für die Ein­fuhr­um­satz­steu­er gel­ten [2] brauch­te das Finanz­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern im vor­lie­gen­den Streit­fall nicht zu ent­schei­den, da der Geschäfts­füh­rer kei­ne antei­li­ge Til­gung der GmbH-Schul­den vor­ge­nom­men hat­te.

Finanz­ge­richt Meck­len­burg ‑Vor­pom­mern, Urteil vom 19. Okto­ber 2016 – 3 K 86/​13

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 12.06.1986, – VII R 192/​83, BStBl II 1986, 657; vom 14.07.1987, – VII R 188/​82, BStBl II 1988, 172; vom 27.02.2007, – VII R 60/​05, BStBl II 2008, 508; vom 04.12 2007, – VII R 18/​06, BFH/​NV 2008, 521[]
  2. zwei­felnd Klein/​Rüsken, AO, 13. Aufl., § 69 Rz. 90[]