Vom Einzelunternehmen zur GmbH — und die Aktien im Betriebsvermögen

Für den Fall, dass im Betrieb­sver­mö­gen gehal­tene Aktien nicht bere­its vor der Umwand­lung ent­nom­men wur­den, ist zu beacht­en, dass § 20 Umw­StG 1995 die Ein­bringung aller wesentlichen Betrieb­s­grund­la­gen voraus­set­zt1.

Vom Einzelunternehmen zur GmbH — und die Aktien im Betriebsvermögen

In diesem Fall kommt es damit entschei­dend auf die funk­tionale Wesentlichkeit der Aktien für den Betrieb zum Umwand­lungszeit­punkt an; die Höhe der in den Aktien enthal­te­nen stillen Reser­ven ist nicht entschei­dend2.

Bei fehlen­der funk­tionaler Wesentlichkeit der Aktien käme auch eine gewinnneu­trale Ein­bringung des Einzelun­ternehmens in die GmbH und eine in diesem Zusam­men­hang erfol­gte Über­führung der Aktien in das Pri­vatver­mö­gen durch Ent­nahme in Betra­cht.

Bun­des­fi­nanzhof, Urteil vom 29. Sep­tem­ber 2016 — III R 42/13

  1. z.B. BFH, Urteil vom 25.11.2009 — I R 72/08, BFHE 227, 445, BSt­Bl II 2010, 471, Rz 15; vgl. aber auch BFH, Urteil vom 19.12 2012 — IV R 29/09, BFHE 240, 83, BSt­Bl II 2013, 387, Rz 21 []
  2. BFH, Urteil in BFHE 227, 445, BSt­Bl II 2010, 471; Her­ling­haus in: Rödder/Herlinghaus/van Lishaut, Umw­StG, 2. Aufl.2013, § 20 Umw­StG, Rz 26 []